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Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie (KJP) 175, 3/2017
Flucht und Trauma
Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie
Mit Beiträgen von Dorothee Bortel, Claudia Burkhardt-Mußmann, Korinna Fritzemeyer, Agathe Israel, Hans Keilson, Gabriele Teckentrup, Sabine Vogel
1. Aufl. 2017
180 S., Pb.
19,90 €
ISBN 0000000000000

Lieferbar

Inhalt


Vorwort

Hans Keilson
Entwicklung des Traumabegriffs

Korinna Fritzemeyer
Auswirkungen unverarbeiteter Traumatisierungen im Kontext von Verfolgung und Zwangsmigration auf die frühe Mutter-Kind-Interaktion

Gabriele Teckentrup
Flucht und Trauma

Dorothee Bortel
»Wo ist der Papa?«
Tiefenpsychologisch fundierte Therapie eines zu Behandlungsbeginn 2;9 Jahre alten afrikanischen Jungen nach Vaterverlust

Claudia Burkhardt-Mußmann
Ankommende und Aufnehmende:
Begegnungen mit Müttern ohne adoleszente Loslösung

Agathe Israel
Wie erlebt und gebraucht das Baby seine BeobachterIn im Laufe der Säuglingsbeobachtung nach der Methode von Esther Bick?
Überlegungen zu intersubjektiven Prozessen

Sabine Vogel
Erschütterung der Menschen – Erschütterung des Settings?
Konferenz über die psychoanalytische Arbeit mit Flüchtlingen und Flüchtlingsfamilien am Anna-Freud-Institut, Frankfurt a. M.
Kurzbericht

 
E-Books zu diesem Titel:

Gesamtheft (KJP 175, E-Journal) Format: pdf
Preis: 18,50 €

Beitrag: Hans Keilson, Entwicklung des Traumabegriffs (KJP 175, E-Journal) Format: pdf
Preis: 5,90 €

Die Schwierigkeit, das Phänomen der Verfolgungssituation zu erfassen, zeigt sich u. a. in den Bemühungen verschiedener Autoren, psychopathologische Folgeerscheinungen der extremen Belastungssituation in psychologisch-psychiatrische Termini zu übersetzen und von hier aus den Zusammenhang zwischen traumatischem Ereignis, Traumaerlebnis und Traumareaktion zu erörtern. Damit wird ein Problemkreis sichtbar, dessen theoretische Erwägungen und Verwicklungen auch in seinen praktisch-sozialen Bezügen das psychiatrische Denken beschäftigt hat, seit Oppenheim in seiner 1889 erschienenen Monographie über die »traumatische Neurose« deren Formalgenese, Kausalgenese und Symptomatologie zu einer in sich geschlossenen nosologischen Einheit zusammengefasst hat.


Beitrag: Korinna Fritzemeyer, Auswirkungen unverarbeiteter Traumatisierungen im Kontext von Verfolgung und Zwangsmigration auf die frühe Mutter-Kind-Interaktion (KJP 175, E-Journal) Format: pdf
Preis: 5,90 €
Im Kontext der aktuellen sogenannten Flüchtlingskrise kommen viele Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten nach Deutschland. Es ist davon auszugehen, dass viele aus lebensbedrohlichen Situationen geflohen sind und dass sich ihre unverarbeiteten traumatischen Erfahrungen auf ihre Kinder auswirken bzw. dass diese selbst Traumatisierungen ausgesetzt waren. Im Rahmen der vom Sigmund-Freud-Institut in enger Kooperation mit dem Anna-Freud-Institut in Frankfurt a. M. konzipierten und implementierten psychoanalytischen Frühpräventions- und Integrationsprojekte nehmen Mütter und ihre Kleinkinder (null bis drei Jahre) in Frankfurt a. M. und Berlin an psychoanalytisch moderierten Mutter-Kind-Gruppen teil. Ziel dieser ERSTE SCHRITTE-Gruppen ist es, die Weiter­gabe unverarbeiteter Traumatisierungen und negativer Erfahrungen zu verhindern bzw. ihre Auswirkungen auf die Kinder abzumildern sowie die psychosoziale Integration der Familien zu unterstützen. Anhand eines ausführlichen Fallbeispiels einer Mutter, die im Kontext von religiöser Verfolgung ihre Eltern verloren hat und daraufhin zwangsmigriert ist, wird eine frühe Mutter-Kind-Interaktion – u. a. mithilfe der Emotional Availability Scales (EAS; Biringen, 2008) – beschrieben und diskutiert.

Beitrag: Gabriele Teckentrup, Flucht und Trauma (KJP 175, E-Journal) Format: pdf
Preis: 5,90 €
In meinem Artikel werde ich aus der psychotherapeutischen Behandlung eines jugendlichen Kriegsflüchtlings berichten, der wegen somatischer Beschwerden zu mir in die Behandlung gekommen ist. Am Beispiel dieser Behandlung, die, obwohl sie inzwischen einige Zeit zurückliegt, nichts von ihrer Aktualität verloren hat, möchte ich aufzeigen, dass die Symptome des Patienten Ausdruck seiner psychischen Extremtraumatisierung sind, und ich werde der Frage nachgehen, inwieweit die körperlichen Symptome auch Ausdruck sind für unbewusste Konflikte, die aus den Primärbeziehungen des Patienten rühren und die durch die traumatisierenden Erfahrungen in der Pubertät revitalisiert und verschärft worden sind.

Beitrag: Dorothee Bortel, »Wo ist der Papa?« (KJP 175, E-Journal) Format: pdf
Preis: 5,90 €
Im vorliegenden Fall geht es um die tiefenpsychologisch fundierte Arbeit mit einem 2;9-jährigen afrikanischen Jungen, Louis und seiner Mutter, Madame Q. Die Behandlung erfolgte zunächst in französischer Sprache. Mit Louis konnte nach einem halben Jahr auf Deutsch weitergearbeitet werden. In der Therapie wird deutlich, wie eng der Junge anfangs noch mit der »unverdauten« Trauer der Mutter verbunden ist und wie sich beide allmählich aus der phantasmatischen Verwicklung lösen und entwickeln können. Louis gelingt es auf seine Art und Weise, sich mit der Frage der Loslösung von der Mutter und der Suche nach seinem Platz als Subjekt in der Familie, seiner interkulturellen Lebenswelt auseinanderzusetzen. Es werden in dieser Fallgeschichte hauptsächlich er und seine Mutter zu Wort kommen, um den Leser an den Veränderungsprozessen teilnehmen zu lassen.

Beitrag: Claudia Burkhardt-Mußmann, Ankommende und Aufnehmende: Begegnungen mit Müttern ohne adoleszente Loslösung (KJP 175, E-Journal) Format: pdf
Preis: 5,90 €
Das Frühpräventionsprojekt ERSTE SCHRITTE und das Nachfolgeprojekt »­Jasmin – zwischen Traum und Trauma«, zwei Gruppenangebote der psychoanalytischen Institute Sigmund- und Anna-Freud in Frankfurt a. M., verstehen sich als aufnehmende Einrichtungen, die neu in Deutschland ankommenden Migrantenmüttern und Flüchtlingsfrauen und ihren Kleinkindern einen Übergangsraum anbieten. Das zugrunde liegende psychoanalytisch fundierte Konzept stellt für die Begegnungen zwischen Ankommenden und Aufnehmenden einen Rahmen zur Verfügung, der einerseits die psychologischen Folgen von Migration, bzw. Flucht und Verfolgung berücksichtigt – u. a. durch Langfristigkeit und Kontinuität der Angebote, und andererseits die soziokulturellen Erfahrungen der Mütter. Diese sind geprägt durch Aufwachsen in traditionalen Strukturen mit familialen Abhängigkeiten, in denen für Frauen keine adoleszente Entwicklung vorgesehen ist. Die Begegnungen in den Gruppenangeboten legen die Vermutung nahe, dass der fehlende Loslösungsprozess der Mütter die frühen Beziehungsstrukturen zu den Kindern in spezifischer Weise determiniert und ihre eigene verbundenheitsorientierte Erfahrung fortsetzt.

Beitrag: Agathe Israel, Wie erlebt und gebraucht das Baby seine BeobachterIn im Laufe der Säuglingsbeobachtung nach der Methode von Esther Bick? (KJP 175, E-Journal) Format: pdf
Preis: 5,90 €
In dieser Arbeit wird versucht, die Beziehung zwischen Baby und BeobachterIn, die sich während einer teilnehmenden Säuglingsbeobachtung nach der Methode Esther Bick entwickelt, aus der Perspektive des Babys zu beschreiben. Die Grenzen dieses Vorhabens werden diskutiert. Ausgehend von beobachtbaren Phänomenen wird untersucht, wie das Baby mit der BeobachterIn präverbal kommuniziert und wie es ihr wohlwollendes Interesse und zuverlässiges Containment, verbunden mit ihrer Handlungspassivität (Zurückhaltung) nutzt, zu lernen, psychische Funktionen selbst auszuüben, um ein eigenständiges Wesen zu werden. Es wird beschrieben, wie das Kind sie in emotionalen Notlagen nutzen kann oder um Erfahrungen zu verdauen oder um sein Nachträglich-Sein zu unterstützen oder um den dritten Anderen zu erkennen. Danach wird darauf eingegangen, wie die fortschreitende Entwicklung des Kindes seine Beziehung zur Beobachterin wandelt. Abschließend wird reflektiert, wie alle Beteiligten die Leidenschaft zusammenführt, emotional lernen zu müssen und zu wollen.

Beitrag: Sabine Vogel, Erschütterung der Menschen – Erschütterung des Settings (KJP 175, E-Journal) Format: pdf
Preis: 5,90 €
Im Rahmen einer Erweiterten Ambulanzkonferenz fand im November 2016 am ­Anna-Freud-Institut ein Erfahrungsaustausch über die besonderen Herausforderungen und Schwierigkeiten der therapeutischen Arbeit mit geflüchteten Kindern, ­Jugendlichen und Familien statt. Das Bedürfnis nach einem Austausch war entstanden, da sich seit Beginn der so­genannten »Flüchtlingskrise« im Sommer 2015 mehr und mehr Kolleginnen und Kollegen – nicht nur in der Ambulanz des Instituts, sondern auch in den Praxen – auf erste Erfahrungen eingelassen hatten und mit Erstinterviews, mit Kriseninterventionen in Flüchtlingseinrichtungen und mit Kurzzeit- oder sogar Langzeitbehandlungen begonnen hatten. Es gab und gibt ein zwiespältiges Echo unter den Analytischen Kinder- und Jugendlichen-PsychotherapeutInnen: Einige stellten die Frage, ob es angemessen sei, den Menschen, die doch mit dem »Ankommen«, also mit den äußeren Bedingungen ihres Aufenthaltes beschäftigt seien, Psychotherapie, gar analytische Psychotherapie anzubieten. Die KollegInnen, die sich dennoch auf psychotherapeutische Begegnungen einließen, machten neben hochinteressanten und berührenden auch enttäuschende Erfahrungen von unaufgelöster Fremdheit, von Missverständnissen bzw. Fehlinterpretationen auf beiden Seiten, von unverstandenen Abbrüchen und dergleichen. Ziel der Konferenz war es daher, die aufgeworfenen Fragen in der Konferenz zu ­bündeln und zu ersten Antworten zu gelangen

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