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Birgit Seemann / Edgar Bönisch
Das Gumpertz'sche Siechenhaus – ein »Jewish Place« in Frankfurt am Main
Geschichte und Geschichten einer jüdischen Wohlfahrtseinrichtung
1. Aufl.
260 S., 15,5 x 23,5 cm, Pb. Großoktav
29,90 €
ISBN 9783955582531

Lieferbar

Das Buch vermittelt einen eindringlichen und mehrdimen­sionalen Blick auf die Geschichte einer vergangenen Institution und eines Stadtviertels hinter dem heutigen Erscheinungsbild der Häuser, Straßen und Plätze im Frankfurter Ostend.
Die Autoren Birgit Seemann und Edgar Bönisch rekonstruieren auf der Grundlage unterschiedlicher Quellen, etwa Archivalien, Texte, Fotos und Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen die Geschichte des »Gumpertz’schen Siechenhauses«, einer bedeutenden jüdischen Pflegeeinrichtung am Röderbergweg im Frankfurter Ostend.
Sie erzählen die Geschichte dieser Einrichtung jedoch nicht nur in der Dimension einer historischen Rekonstruktion entlang einer Zeitachse, sondern verorten die Entwicklung im wahrsten Sinne des Wortes in der Geschichte des Hauses, in den Raum als solchen. Damit greifen sie den aktuellen Diskurs um »Jewish Space« und »Jewish Place« auf und weben ihn in die Erzählung über die Geschichte des Hauses ein. So finden sich eingebettet in dieses Raum-Zeit-Kontinuum auch die Darstellung der Akteurinnen und Akteure, der Gründerinnen, der Bewohnerinnen, des Personals und auch der Mieterinnen in der Zeit nach dem Krieg, um nur einige zu nennen.
Wir lesen nun »im Raume auch die Zeit«, um mit Karl Schlögel zu sprechen. Von einer Ausflugs- und Erholungslandschaft im 18. Jahrhundert entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts in diesem Stadtbezirk ein jüdischer Raum, in dem zahlreichen Institutionen jüdischer Wohlfahrt entstanden, so unter anderem das Gumpertz’sche Siechenhaus, das vor allem für weibliche jüdische Bedürftige eingerichtet wurde. In der Entstehungsgeschichte und in der Geschichte dieser Einrichtung spiegeln sich die Entwicklung jüdischer Wohlfahrtseinrichtungen in Frankfurt, ihrer Gemeinden mit den unterschiedlichen Strömungen sowie der Bruch und die Zerstörung in der NS-Zeit wider.


»Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) freut sich über das Buch, wie er in seinem Grußwort schreibt, weil ›ein bisher völlig unbekannter, aber hinsichtlich des jüdischen Frankfurts mehr als interessanter Ausschnitt der Geschichte vorgestellt wird‹. Und es ist mehr als Frankfurter Lokalgeschichte: Es ist ein tiefer Einblick in das Sozialleben der damals drittgrößten jüdischen Gemeinde Deutschlands.«
(Bruno Rieb, in: der neue Landbote)
 
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