Veranstaltung & Büchertische
Buchvorstellung
Bernd Heyl
Wilhelm Hammann – Ein Gerechter unter den Völkern
Biografie eines hessischen Antifaschisten
7.10.2026
19 Uhr
64319 Pfungstadt, Synagoge, Hillgasse 8
Eintritt frei, Spenden erwünscht
Veranstalter: Arbeitskreis ehemalige Synagoge Pfungstadt e.V.
Kontakt: Renate Dreesen, Adam-Schwinn-Str. 49, 64319 Pfungstadt, rdreesen@gmx.net
Wilhelm Hammann, geboren am 25. Februar 1897 in Biebesheim, während der Nazizeit politisch verfolgt und im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert, war 1945 Blockältester im Block 8, einem der beiden Jungenblocks des KZ Buchenwald. In den letzten Tagen vor der Befreiung bewahrte er 159 jüdische Jungen vor dem Todesmarsch. Für diese Rettungstat ehrte ihn Yad Vashem am 18. Juli 1984 als »Gerechter unter den Völkern«. Bernd Heyl stellt seine im Verlag Brandes & Apsel erschienene ausführliche Biografie Wilhelm Hammanns vor. Aus dem Ersten Weltkrieg kehrte Hammann 1919 als überzeugter Anhänger der USPD in den Kreis Groß-Gerau (Hessen) zurück. Ende des Jahres 1920 wechselte er mit der Ortsgruppe Groß-Gerau von der USPD zur KPD. Somit ist seine Geschichte eng verbunden mit der einer sozialen und politischen Massenbewegung. Welche Erfahrungen und Ereignisse prägten ihn als Lehrer, Kommunisten und Groß-Gerauer Landrat in der unmittelbaren Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg? 70 Jahre nach Hammanns Tod stellt sich die Frage nach den Perspektiven einer aktuellen Erinnerungskultur, die Geschichte verstehen will und auch die Erfahrungen derjenigen aufnimmt, die ihr Leben dem Kampf für soziale Gerechtigkeit und dem Kampf gegen den Faschismus gewidmet haben.
Buchvorstellung: Valérie Göttel
Lesung: Helena Polic Moderation: Felicitas Alt
Datum: 8.10.2026
Uhrzeit: 18.30 Uhr
Veranstaltungsort: Presse- und Informationsamt Frankfurt, Römerberg 32, 60311 Frankfurt
Valérie Göttel erzählt in ihrem Buch die Geschichte eines 1888 erbauten Gründerzeithauses und von dessen Bewohnern in Frankfurt am Main. Das Haus in der Feldbergstraße 42 im Westend zeugt vom Leben der Frankfurter Bürger während eines ganzen Jahrhunderts, vom Deutschen Reich bis zur Bundesrepublik Deutschland, bis es 1988 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Der Aufstieg des Nationalsozialismus, des Hasses und des Antisemitismus verwandelte dieses bürgerliche Haus in einen Ort des Elends und Leidens, in ein »Ghettohaus« oder wie damals beschrieben: ein »Judenhaus«. Am 19. Oktober 1941 wurden 26 Menschen aus den Wohnungen der Feldbergstraße 42 bei der ersten Deportation aus Frankfurt in den Tod geschickt. Wie kam es dazu? Was ist eigentlich ein »Ghettohaus«? Die Biografien von über 80 Menschen, die zeitweise, freiwillig oder gezwungen, in diesem »Ghettohaus« lebten, die als Opfer des nationalsozialistischen Regimes ermordet wurden oder fliehen mussten, ergänzen die Erzählung. Es werden zahlreiche Themen behandelt: die glanzvolle Zeit der Expansion der Stadt Frankfurt am Main, die Entstehung des Westends, der Erste Weltkrieg, die Weltwirtschaftskrise, der unaufhaltsame Aufstieg des Nationalsozialismus bis zum Dritten Reich, die gewaltsamen Repressalien, die Arisierung, Enteignungen, Deportationen, Besatzung, Reparationen.
Valérie Göttel wurde in Frankreich geboren und studierte Geschichte in London, Paris, Aix-en-Provence und São Paulo. An diesem Abend stellt sie ihr Buch vor.
Helena Polic, Schauspielerin und Studentin der Anglistik an der Goethe Universität, liest aus dem Buch vor.19. Mainzer Kinderanalytische Konferenz
»Was ich niemals wissen darf …« Geheimnisse in der Psychotherapie
Datum: 24.10.2026
Uhrzeit: 19 Uhr
Veranstaltungsort: Erbacher Hof (Mainz)
Anmeldung: www.mpi-mainz.de
Referentinnen und Referenten: Bernd Aschenbrenner, Angela Moré und Tanja Maria Müller
In diesem Jahr soll es um eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Aspekten und Bedeutungen von Geheimnissen in Beziehungen, Entwicklungsprozessen und im Behandlungsgeschehen gehen.
Auf Ihre Teilnahme, auf anregende Diskussionen und bereichernde »Einsichten« freuen sich Bernd Traxl, Sandra Kirsch, Larissa Fraß-See und Rebecca Kempf.
Näheres zu Programm und Ablauf können Sie dem Flyer entnehmen.
Bitte nutzen Sie für Ihre Anmeldung das Onlineformular:
https://www.mpi-mainz.de/veranstaltungen/tagungen/anmeldung-zur-kinderanalytischen-konferenz
Tag der Psychodynamik
Eine Veranstaltung des Landesverbandes Rheinland-Pfalz der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT)
Datum: 7.11.2026
Uhrzeit: 9 bis 15:30 Uhr
Veranstaltungsort:
Alte Mensa der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Johann-Joachim-Becher-Weg 3–9
55128 Mainz
Es erwarten Sie wie gewohnt drei gegenwartsbezogene und spannende Vorträge: Herr Meyer zum Wischen beschreibt, wie ausgehend von einer Fehlleistung des Analytikers, seines Verhörens, der Frage nachgegangen wird, ob in der Analyse psychotischer PatientInnen die Bildungen des Unbewussten der AnalytikerInnen dazu beitragen können, die Macht destruktiver Einschreibungen zu lösen und dabei neue Verknüpfungen und Spielräume zu ermöglichen. Frau Mensak-Sporner beleuchtet in ihrem Vortrag, wie rohe Gewalt und frühe traumatische Erfahrungen im psychoanalytischen Prozess durch Spiel, Beziehung und Symbolisierung schrittweise in kreative Ausdrucksformen und innere Repräsentanzen transformiert werden können. Im dritten Vortrag zeigt Herr Reininger wie mit kognitiv-mentalisierenden Interventionen und Adressierung identifikationsbasierter Zweifel, nachweislich gesellschaftliche Polarisierung reduziert und Demokratiefähigkeit gestärkt wird.
Anmeldung: https://www.dgpt-rlp.de/veranstaltungen/tag-der-psychodynamik
Näheres zu Programm und Ablauf können Sie dem unserem Flyer entnehmen.
38. Jahrestagung der MAP
Herausforderung Elternschaft
Datum: 13.11. bis 15.11.2026
Veranstaltungsort: Haus der Bayerischen Landwirtschaft
Rieder Straße 70
82211 Herrsching (bei München)
Referentinnen und Referenten: Vera King, Tobias Nolte, Nikolaus von Hofacker, Kai von Klitzing
Elternschaft ist eine Herausforderung für die jeweiligen Eltern und für die Gesellschaft – vielleicht mehr denn je. In dem berühmten Essay »Autorität und Familie« (1936) erörtert Max Horkheimer wie Familie (und damit Elternschaft) in einem doppelten dialektischen Vermittlungszusammenhang zwischen Individuum und Gesellschaft steht. Einerseits transportiert die Institution Familie als Sozialisationsinstanz die gesellschaftlichen Herrschaftsstrukturen ins Subjekt und andererseits wirkt Familie wiederum als Residuum der bezogenen Verletzlichkeit sowie Fürsorge als ein emanzipatorisches Moment genau entgegen diesen Herrschaftsansprüchen. Hierbei ist wichtig zu beachten, dass Elternschaft eine zutiefst asymmetrische Beziehungsform darstellt, innerhalb derer eine besondere Macht und Verantwortlichkeit auf Seiten der Eltern besteht. Dies bildet ein wissenschaftliches Untersuchungsfeld, in dem die Psychoanalyse zum einen die Mikroprozesse der Eltern-Kind-Interaktion sowie die damit verbundenen, unbewussten Subjektivierungsformen immer genauer beobachtet und zum anderen auf der sozialpsychologischen, kulturtheoretischen Ebene begriffliche Arbeit leistet, um die gesellschaftlichen Entwicklungen verstehen zu können, welche die elterliche Verantwortung herausfordern. Dies reicht von den Untersuchungen zur transgenerationalen Trauma-Weitergabe bis hin zu fortgeschrittenen Konzepten der Generativität.
Näheres zu Programm und Ablauf können Sie dem unserem Flyer entnehmen.
Anmeldung: https://eveeno.com/319394235