Markus Kumpfmüller
Der eigene Tod im Unbewussten
Zur psychoanalytischen Bedeutung des Unerreichbaren für die Subjektwerdung
Der Titel erscheint vorraussichtlich im April 2027
Vorschau
1. Auflage 2027
ca. 120 S., Paperback Großoktav (24 x 17 cm)
ISBN 978-3-95558-441-2
In diesem Buch wird die Bedeutung des eigenen Todes für die psychoanalytische Theorie Sigmund Freuds untersucht. Dabei stellt sich die Frage, inwiefern der eigene Tod als konstitutives Moment der psychischen Entwicklung verstanden werden kann. Ausgangspunkt ist Freuds These, dass das Unbewusste keine Vorstellung des eigenen Todes beinhaltet und stattdessen von einem Glauben an die eigene Unsterblichkeit geprägt ist. Anhand zentraler psychoanalytischer Konzepte wie Verdrängung, Urverdrängung, Todestrieb und Wiederholungszwang wird analysiert, wie der Tod trotz seiner fehlenden Repräsentierbarkeit strukturell wirksam ist.
Neben Freuds Schriften werden Weiterentwicklungen und Neuinterpretationen durch Autoren wie Lacan, Klein und Bion herangezogen. Dabei zeigt sich, dass der eigene Tod nicht lediglich als biologisches Lebensende, sondern als strukturbildende Leerstelle innerhalb des psychischen Apparates verstanden werden kann. Darüber hinaus werden Traumphänomene und Darstellungen des eigenen Sterbens untersucht, um aufzuzeigen, wie das Unbewusste das eigentlich Nichtdarstellbare dennoch thematisiert. Der Tod erscheint dabei nicht als bloßer Gegensatz des Lebens, sondern als dessen Bedingung und Grenze. Der eigene Tod erweist sich damit als ein zentrales Negativum, das Subjektwerdung, Begehren und psychische Entwicklung grundlegend konstituiert und mitstrukturiert.