Claudia Roth
Fatou und der Mutterfluch
Zehn Jahre ohne sicheren Boden – ethnologische Gespräche in Bobo-Dioulasso, Burkina Faso
Der Titel erscheint vorraussichtlich im Oktober 2026.
1. Auflage 2026
ca. 200 S., Paperback Großoktav (24 x 17 cm) mit 16-seitigem Vierfarbteil
ISBN 978-3-95558-429-0
»Was beschäftigt junge Frauen, was treibt sie um?« So beschreibt Claudia Roth ihr einzigartiges Vorhaben, in Bobo-Dioulasso über zehn Jahre hinweg Gespräche mit Fatou, einer jungen Bobolaise, zu führen. »Ich wollte ihr Leben kennenlernen, ich wollte verstehen, was sie ärgert und freut, was sie denkt und fühlt.« Fast unwillkürlich wird die Ethnologin aus der Schweiz in Burkina Faso immer tiefer in eine Welt hineingezogen, die sie liebt, eine Welt, in der sie erwünscht und angenommen ist, aber auch verunsichert, zuweilen erschüttert und hilflos.
Die Protokolle zeigen die sozialen Spannungen, die Nöte und auch Katastrophen von Menschen in Fatous Umfeld. Sie wecken beim Lesen Gefühle des Schmerzes und der Ohnmacht. Konflikte wegen Armut, Hexerei-Ängsten, Genitalverstümmelung und wirkmächtiger Verwünschungen: Diese mitunter chaotische Realität des Wandels wird greifbar, weil Claudia Roth sich ebenfalls als emotional Beteiligte schildert. Nach und nach verzichtet sie darauf, die wissenschaftliche Distanz zu wahren.
Feldforschung ist oft eine existenzielle Erfahrung und Selbstfindung: »Es geht um eine Dynamik, die beide involviert und die bei gegenseitigem Verständnis ein gemeinsames koordiniertes Handeln zur Folge haben kann«, so Maya Nadig in ihrem Nachwort. »Ich betrachte das Buch von Claudia wie einen spannenden Film, der eine historische Situation auf den Punkt bringt.«