Tom Wooldridge
Essstörungen
Eine Einführung
1. Auflage 2025
164 S., Paperback DIN A5
ISBN 978-3-95558-406-1
Aus dem Englischen übersetzt von Eberhard Knoll
Dieses Buch versteht sich als leicht zugängliche Einführung in die Behandlung von Essstörungen aus psychoanalytischer Perspektive. Jedes Kapitel beleuchtet einen anderen Aspekt der schwierig zu behandelnden Erkrankung und zeigt sowohl erfahrenen Klinikern wie Neueinsteigern die breite Perspektive des psychoanalytischen Behandlungsansatzes. Unterschiedliche Facetten der psychoanalytischen Theorie und Praxis werden aufgezeigt, welche die Betroffenen im Prozess, ihre Gefühle zu besser zu verbalisieren, ihr Verhältnis zu ihrem Körper zu erleichtern und die Disharmonien zwischen Körper und Seele in Einklang zu bringen unterstützen können. Auch der Umgang mit der Online-Welt (und besonders von einschlägigen Foren) wird behandelt.
Einführung
Kapitel 1
Alexithymie und die psychische Elaboration von Emotionen
Kapitel 2
Frühe Beziehungen, Objektbeziehungen und traumatische Themen
Kapitel 3
Traumatische Themen, Wiederholung und Trauer
Kapitel 4
Abjektion und körperlicher Ekel
Kapitel 5
Körper-Psyche-Dissoziation und falsche Körper
Kapitel 6
Gender, Kultur und Begehren
Kapitel 7
Affektregulierung, Dissoziation und Körpervorstellungen
Kapitel 8
Die Rolle des Vaters und die väterliche Funktion
Kapitel 9
Essstörungen im Cyberspace
Literatur
Tom Wooldridge ist außerordentlicher Professor der Psychologie, Psychoanalytiker und staatlich geprüfter Psychologe. Er hat zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften sowie Buchpublikationen zu einem breiten Themenspektrum veröffentlicht.
»In dieser herausragenden und erhellenden Einführung stellt Wooldridge die Heterogenität der Diagnose Essstörung heraus. Er verdeutlicht uns den Wert der psychoanalytischen Herangehensweise, die fähig ist, die Vielzahl seelischer Zustände mit klinischen Symptomen auszubalancieren. Wooldridge setzt sich explizit gegen die rein symptomatische Behandlung ein und fordert die genaue Betrachtung des Leidenswegs der Betroffenen. Dieses Buch ist von großem Interesse im klinischen Bereich und verdient, ein Grundlagenwerk der Lehre zu werden. Ich empfehle es sehr.«
(Alessandra Lemma, Fellow of British Psychoanalytic Society and Visiting Professor, Psychoanalysis Unit, University College London)
»Wooldridge liefert einen behutsamen, schlüssig argumentierten Zugang zum Thema Essstörungen, der in überraschende neue Richtungen führt. Er zeigt eine sorgsame Übersicht der Störungen als Form der Selbstverletzung und des Selbsthasses (nach Kristeva). Er untersucht Magersucht und deren Behandlung im psychodynamischen Kontext. In einem Kapitel beschreibt er ideenreich die komplexe Rolle vom Geschlecht, der Vater-Kind-Beziehung und Verhaltensmuster, die die Bedeutung der Familie und der elterlichen Umstände verdeutlichen. Er gibt Einblick in die sogenannten Pro-Ana-Gruppen im Internet, die Betroffene zwar beraten, aber immer weiter in die Sucht führen. Er versteht es, sowohl die Gefahren als auch das Potenzial dieser Foren nachzuvollziehen.«
(Adrienne Harris, Ph.D., Sandor Ferenczi Center and the New School for Social Research)
»Essstörungen zeigen für den Psychoanalytiker Tom Wooldridge entweder das Ringen um Autonomie oder das Ringen um Versorgung und Zuwendung bei Personen, die ihre Sozialisation als defizitär erfahren haben. (...) Wie immer, wenn zwanghafte Verhaltensweisen oder Drogen fehlende Entwicklungsschritte kompensieren, bleibt der Ersatz schal, muss zwanghaft wiederholt werden und schadet dem Individuum sowohl auf körperlicher Ebene wie auch durch die fehlende Entwicklungs-Dimension. (...) Mit seiner Berücksichtigung klassischer und neuerer Ansätze aus dem psychoanalytischen Spektrum bietet Tom Wooldridge vor allem psychoanalytisch vorgebildeten Leser:innen eine Fülle von Anregungen für die analytische und therapeutische Arbeit. (...) Ein spannendes Buch, nicht nur für Therapeutinnen, sondern anregend für alle, die Klientinnen mit dem Thema ›Essstörung‹ verstehen und unterstützen wollen.«
(Prof. Dr. Lilo Schmitz, socialnet.de)